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Dilsberg "menschlich"
  

BeHo Portrait01Bernhard Hoffmann

Als im Jahr 2019 die Rhein-Neckar-Zeitung bei Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann im Rahmen eines Dorf-Checks anfragte, was für ihn das Leben in Dilsberg ausmacht, hat er wie folgt geantwortet: Da ich selbst in einem kleinen Dorf im kleinen Odenwald geboren und aufgewachsen bin, war mir der dörfliche Charakter von Dilsberg gleich sympathisch, als ich beruflich von Neckargemünd aus, den Dilsberg habe kennenlernen.
   
Man kennt sich, spricht miteinander über alles Mögliche, nimmt Anteil an dem Leben seiner Mitmenschen und feiert miteinander bei den zahlreichen Veranstaltungen, die der Dilsberg so zu bieten hat. Außerdem ist der Dilsberg durch seine Bergfeste mit der Burgruine ein Touristenmagnet mit besonderem Flair und vielen Kontakten mit Besuchern.
  

   
BeHo menschlich 01Aber nun erst einmal von vorne: Bernhard Hoffmann wurde in Allemühl, einem Ortsteil von Schönbrunn im kleinen Odenwald am 28. August 1948 im Haus seiner Großeltern August und Marie Rumm geboren. Dort hatte sein Großvater August Rumm, ein Odenwälder Heimatmaler, bis zu seinem Tode im Jahre 1950 künstlerisch gewirkt. Er wurde in Schwanheim geboren und nach Zeiten in Karlsruhe und Grötzingen hat er hier seine Heimat wiedergefunden. Hoffmanns Kindheit und frühe Jugend war geprägt von viel Freiheit in der Natur, man hatte ja viel Wald und Wiesen ringsum und wie es in einem 250 Seelendorf so üblich, war man überall und in jedem Haus des Ortes zuhause. Man half in der Landwirtschaft bei der Kartoffelernte, man trug mit anderen Kumpels Wurstsuppe aus, wenn in der Mühle mal wieder geschlachtet wurde. Und das Beste war dann gegen Abend das Vesper oder die Haferflocken in der Seifert-Mühle mit seinem Freund Fritz. Alles in allem eine unbeschwerte Jugend. Leider trennten sich seine Eltern bereits im Jahre 1950. Da waren Großmutter und Tante seine Bezugspersonen, da seine Mutter beim Fernmeldeamt in Eberbach die Brötchen verdienen musste. Am Anfang im Schichtdienst mit dem Fahrrad, später dann mit dem Lambretta-Motorroller.
  
In Allemühl gab es zu dieser Zeit noch eine Volksschule, in der er bis zur 4. Klasse mit dem Grundwissen von Lesen, Rechnen und sonstigem wichtigen Wissen von Lehrer Fießer versorgt wurde. Dabei war es ganz selbstverständlich, dass alle Schüler von der 1. bis zu 8. Klasse meist in einem Klassenzimmer unterrichtet wurden. Und wenn das Wetter es zuließ, wurde der Unterricht – auch am Nachmittag – durch einen Gang durch die Natur praktisch ergänzt; eine Erfahrung, die Hoffmann nicht missen möchte.
 
BeHo menschlich 02 BeHo menschlich 03Die weiterführende Schule war dann in Eberbach, die allerdings mit dem seinerzeitigen öffentlichen Nahverkehr, der nur 2-3mal täglich als Postbus daher kam, nicht immer optimal zu erreichen war.
So kaufte ihm seine Mutter kurzerhand ein Fahrrad, da sie selbst auch meist mit diesem Verkehrsmittel zur Arbeit nach Eberbach gefahren war. Mit dem Fahrrad im Winter wie im Sommer, bei Regen, Schnee und Sonnenschein. Es war seinerzeit eben so, da hat man nicht weiter darüber nachgedacht.
Dies war auch mit der Grund, warum er die weitere Schule in Weinheim besuchte und zusammen mit fünf anderen Burschen bei seinen Pflegeeltern im Pfarrhaus in Großsachsen bei Pfarrer Stöhrer wohnte. Seinen Abschluss machte er im Frühjahr 1966 an der Höheren Handelsschule in Weinheim.
Hoffmanns berufliche Ausbildung begann anschließend bei der Sparkasse Eberbach mit einem Anfangsgehalt als Lehrling am Anfang von gerade 90,-- DM im Monat. Wie das Leben so spielt, hatte er dort bald auch ein Auge auf eine Lehrlingskollegin geworfen, was zu dieser Zeit allerdings streng geheim gehalten werden musste, da der Chef solche Techtelmechtel nicht so gerne gesehen hat. Hier war Hoffmann allerdings nicht von seiner Absicht abzubringen, seine Gabriele, die aus Eberbach stammte für sich zu gewinnen.
  
BeHo menschlich 04Bis zu seinem Umzug im Jahre 1969 nach Mauer, wohin seine Mutter umgesiedelt ist, hatte er sich in Allemühl eine ehrenamtliche Tätigkeit ausgesucht. Er war Leiter der Evang. Jungschar und hatte damals bereits bis zu zehn Burschen verschiedenen Alters mit Unterstützung von Pfarrer Gerhard Bechtel des Kirchspiels Haag. Die Höhepunkte seiner Tätigkeit waren die beiden Zeltlager in Steinbach bei Buchen und in Rittenweier. Dies war leider zu Ende, da er zwischenzeitlich zur Sparkasse Neckargemünd wechselte.
Natürlich festigte sich die Beziehung mit Gabi trotzdem, bis sie sich an Ostern 1970 verlobten und im September 1972 man sich dann in der Bergkirche zu Rockenau das Ja-Wort gab.
  
BeHo menschlich 05Wie es so üblich ist, muss man als junger Sparkässler alles kennen lernen, was für den Beruf prägend ist. Und so war er zuerst im Kreditgeschäft und in den Geschäftsstellen eingesetzt, bis er 1971 den schicksalhaften Auftrag bekam, die neu eingesetzte „Fahrbare Zweigstelle“ zu betreuen.
   
So schnaufte er mit seinem 60-PS Gerät mit viel gewichtiger schusssicherer Verglasung im Auto am Vormittag nach Gaiberg und nachmittags auf den Dilsberg, oft mit wütenden Autofahrern hinter sich und einer Neckarstraße im Gegenverkehr mit Bussen und LKWs. Dort an seinem Dilsberger Standplatz hatte man das ehemalige landwirtschaftliche Grundstück in der Neuhofer Straße gekauft, das die Familie Kühne aufgegeben hatte, um im Siedlerweg in einen Aussiedlerhof umzusiedeln.
Dies war Hoffmanns erster richtiger und intensiver Kontakt mit dem Dilsberg, den man bis dahin ganz nebulös nur noch vom früheren Schulausflug kannte.
  
BeHo menschlich 06Bald darauf wurde dann durch einen Neubau, geplant von Architekt Edinger aus Lobenfeld, nach und nach auch die Filiale in Dilsberg Wirklichkeit, sie wuchs ständig, was er ja von der „Fahrbaren“ aus tagtäglich beobachten konnte. Nun war die Frage zu klären, wer die neue Filiale in Dilsberg nach deren Fertigstellung betreuen sollte.
 
Im Obergeschoß war eine Wohnung für den oder die Filialleiter vorgesehen. Dann war es sicher kein großer Zufall, dass die Hoffmanns die Zusage für die Wohnung bekamen und Gabriele dann auch bald nach einer Einarbeitung bei Filialleiter Hans Müller in der Filiale Bammental als Leiterin der Geschäftsstelle Dilsberg verpflichtet werden konnte.
 
Kurz nach seiner Hochzeit mit Gabriele im Spätjahr 1972 bis zum Frühsommer 1973 absolvierte Hoffmann dann den obligatorischen „Sparkassenfachlehrgang“ in Karlsruhe mit Abschluss zum Sparkassenbetriebswirt, der seinerzeit ein absolutes Muss für den weiteren beruflichen Weg war. Kurz vor Weihnachten 1973 wurde dann die Wohnung von den Hoffmanns bezogen und im April 1974 konnte dann auch die Filiale feierlich eröffnet werden.
  
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Sparkassendirektor Georg Kilian übergibt Gabriele Hoffmann den Schlüssel für die neue Filiale
 
Nun war man auf dem Dilsberg angekommen und bald war klar, man wollte Anschluss im Dorf bekommen und da lag es nahe, sich in einem Verein zu organisieren. Und da kam ein Fest auf der Tuchbleiche gerade recht: der Turnerbund bzw. der Fanfarenzug lud ein und da war klar, hier könnte man sich engagieren, zumal Hoffmann bereits in Allemühl über eine musikalische Betätigung nachgedacht hatte. Geschäftskollege Bernhard Weitzell war im Fanfarenzug bereits integriert und Hoffmann fragte bei ihm nach, ob es schwer sei, Fanfare zu spielen. Flugs kam sein Kollege mit seinem Instrument vorbei zum Ausprobieren und es machte Spaß, obwohl die ersten Töne auf diesem ungewohnten Instrument natürlich keineswegs perfekt waren. Bald darauf ging er zur „Ausbildung“ in die Tuchbleichenhalle bei Walter Gunst, der zu dieser Zeit noch weitere Interessenten an der Fanfare ausbildete.
   
Nach einer ganzen Weile des Trainings war dann auch der Zeitpunkt gekommen, dass man sich in die Probe mit den anderen „Profis“ einreihen durfte, um mal so das Gruppen-Flair zu schnuppern. Und dabei konnte er dann auch Hasso Erles kennen lernen, der die Truppe lange Zeit als Stabführer anführte. Und nun kam es, wie es kommen musste, die Zeit war soweit – so wurde es von allen suggeriert – dass man bei seinem ersten Einsatz mitmachen sollte. Hoffmann kann sich noch gut daran erinnern, dass dies in der Murgtalgemeinde Rotenfels war, wo beim dortigen Jubiläum der Fanfarenzug Dilsberg aufspielte. Der Abschluss dieses Sonntagsausfluges war der übliche Umzug am Nachmittag mit einer viel zu kleinen Uniformjacke, da die eigene Jacke noch nicht zur Verfügung stand. Es hat trotzdem Spaß gemacht, wie Hoffmann im Nachhinein schmuzelnd feststellt. Und so nach und nach wuchs die Familie Hoffmann in die Gemeinschaft hinein, besonders liebevoll betreut durch Brigitte Göschl, die auch für viele Andere die „Mutter des Fanfarenzuges“ war und bei allen Dingen immer Ansprechpartnerin war. Und von diesen „Sonntagsausflügen“ zu befreundeten Musikvereinen sollte es noch viele weiter geben.
  
Langsam wuchs Hoffmann durch das musikalische Wirken im Fanfarenzug auch in die Turnerfamilie und in das dörfliche Geschehen in Dilsberg hinein. Er war bereits damals aktiv bei vielen Festen in Dilsberg, war als Musiker bei den Deutschen Turnfesten in Bochum-Dortmund, Berlin, Hamburg und an den Badischen Turnfesten in Lahr, Singen, Rastatt, Pforzheim und Karlsruhe sowie bei den österreichischen Turnfesten in Salzburg, Krems und Graz.
 
Ein weiterer Höhepunkt war die Partnerschaft mit Lugrin in Frankreich nahe Evian am Genfer See. Auch hierbei hatte Hoffmann bald wichtige Aufgaben wie die Besuche planen, Quartiere organisieren und die Rasselbande zusammen halten. Die erste Begegnung war mehr oder weniger Zufall. Man munkelt, dass Hasso Erles da in seinem übermäßigen Großmut seine Hände im Spiel hatte. Der „Musique Municipale de Lugrin“ sollte nach der Überlieferung sich eher mit dem Musikverein Mückenloch treffen. Nach einem vereinbarten Termin kam aber dann von dort die kurzfristige Absage und man hatte Hasso gefragt, ob nicht der Dilsberg einspringen wolle, was er nach Gutsherrenart einfach zusagte. Nun gab es viele Fragen, Zweifel und Befürchtungen, wobei man schnell übereinkam, den Besuchern aus Frankreich mit Offenheit zu begegnen, was sich später zu einer tiefen freundschaftlichen Beziehung entwickeln sollte. Nach einer ersten Beschnupperung mit den 36 Musikern im Oktober 1976 beim Konzert im Burghof war schnell klar, das verbindende Element war die Musik.

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Das Konzert der Franzosen im Burghof beim ersten Besuch in Dilsberg und bei der offiziellen Feier mit Übergabe der Geschenke in der geschmückten Tuchbleichenhalle mit v l. dem Vorsitzenden Lefray, die Dolmetscherin, TB-Vorsitzender Bernhard Hoffmann, Stv. Bürgermeister Wolf-Peter Haasemann Neckargemünd und Stv. Bürgermeister aus Lugrin.
 
Die Partnerschaft festigte sich erfreulich und es folgten noch viele Begegnungen sowohl auf Vereinsebene als auch im privaten Bereich, da man sich immer besser kennen lernte. Auch kleinere Begegnungen wie die Abordnung zu einer Baumpflanzung im Park von Lugrin, die Teilnahme des Musikzuges in 1998 am Karnevalsumzug in Evian sowie Besuch in Evian zur offiziellen 25jährigen Partnerschaftsfeier von Neckargemünd und Evian. Im Jahre 2009 wurde der MML zum 100 jährigen Jubiläum des Turnerbundes nach Dilsberg eingeladen. Leider gab es von Seiten der französischen
Freunde trotz der mehrfach wiederholter Einladung dazu keine Resonanz mehr. Es hing an den Kosten. Seither fanden keine offiziellen Austausche mehr statt. Schade, daß eine solche über 30jährige Partnerschaft so sang- und klanglos zu Ende ging. Hoffmann hat diese gesamte Zeit intensiv erlebt und hat mit seiner Frau und später auch mit seinen Kindern viele prägende Stunden und Tage am Genfer See verbracht.
 
Hoffmann hat bis heute die Hoffnung nicht aufgegeben, dass evtl. in der Zukunft die Jugend der beiden Vereine diese Idee wieder aufgreift und die Tradition erneut aufleben läßt.

Hoffmann war inzwischen im Fanfarenzug, später Musikzug als auch im Turnerbund fest verwurzelt und übernahm von 1978 bis 1984 die Leitung des Wirtschaftsausschusses im Verein und war 1982/84 Vorsitzender des 20köpfigen Festausschusses zur Durchführung des 75jährigen Vereinsjubiläums im Juni 1984.
  
Der Festabend war für alle ein gewaltiges Ereignis nachdem die Vorbereitungen gut gelaufen waren. Rechts, Werner Horchheimer, 2. Vorsitzender, Edgar Bernhard, Vorsitzender und Bernhard Hoffmann, Vorsitzender des Festausschusses.
 
BeHo menschlich 10BeHo menschlich 09Helfer bei den Vorbereitungen v. l. Willi Peters, genannt „Stalin“ Schriftführer Heiner Hornung, Oberturnwart Roland Erles und Vorsitzender Edgar Bernhard.
  
Rechts der Festausschuss mit v. l. Volker Kreuz, Helmut Waibel, Anni Thum,Georg Korol, Klara Korol, Bernhard Hoffmann, Günter Knobel und Werner Horchheimer.
Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen bereits mit der Totenehrung auf den beiden Dilsberger Friedhöfen und dem anschließenden meist streng-feierlichen Festbankett. Doch der Festausschuss hatte sich dazu etwas ganz besonderes einfallen lassen. Nach den zahlreichen notwendigen würdevollen Ehrungen begann die große Vereinspräsentation mit dem damals fast 50köpfigen Musikzug und dem Einmarsch fast aller komplett angetretenen Abteilungen des Turnerbundes, so dass zum Schluss fast alle Aktiven des Turnerbundes auf der Bühne standen und das „Turnerlied“ sangen. Ein Gänsehausgefühl stellte sich dabei sicher nicht nur bei Hoffmann ein.
Samstag war Tag der Unterhaltung mit dem Auftritt der französischen Freunde und einem bunten Unterhaltungsprogramm mit Moderator Eddy Fink. Am Sontag darauf zogen 35 Vereine beim großen Jubiläums-Festumzug durch Dilsbergs Straßen zum Turnplatz, wo im großen Festzelt bereits eine starke Verpflegungstruppe auf die durstigen Teilnehmer wartete. Immerhin kamen letztendlich ca. 700 Festteilnehmer zusammen, die allesamt verpflegt werden wollten. Es gelang mit vereinten Kräften. Ein weiterer Höhepunkt war das brillante Konzert des Heeresmusikkorps 9 der 1. Luftlandedivision aus Stuttgart im Festzelt am Abend.
  
BeHo menschlich 11Bild: Hier ein Erinnerungsfoto von den Vorbereitungen zum 75 jährigen Jubiläum im Festzelt. Links: Werner Horchheimer, 2. Vorsitzender, Edgar Bernhard, Vorsitzender und Bernhard Hoffmann, seinerzeit Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses 
 
Doch nicht genug, der Montag war dem „Dilsberg“ gewidmet mit einem bunten Unterhaltungsprogramm am nachmittag für die Kinder, gestaltet von Kinderturnwart Jochem Kann und seinen Helferinnen. Der Abend gehörte den lustigen Auftritten der einzelnen Dilsberger Vereinen, die viele gute Ideen hatten und sich viel Mühe bei Vorbereitung und Darbietung machten.
 
Ganz interessant sind auch die enormen Zahlen, die nach den Feierlichkeiten von Kassenwart Jürgen Withopf bekannt gegeben wurden. Es waren 80 HelferInnen des eigenen Vereins sowie 90 Menschen aus den anderen Dilsberger Vereinen bereit, dieses Fest zu stemmen. Während der Festtage wurden alleine 1.600 Brötchen und 30 Laib Brot verspeist, dazu 1.100 Steaks, 1.200 Würstchen und ca. 600 Fleischspieße sowie 50 kg Käste, 300 kg Pommes und 90 kg Kartoffelsalat. Getrunken dazu wurden ca. 3.300 l Bier, 240 Kasten alkoholfreie Getränke und ca. 700 Liter Wein sowie Sekt und Spirituosen.
  
Dilsberg als bis damals eigenständige Gemeinde wurde im Rahmen der Gemeindereform zum 1. Januar 1973 nach Neckargemünd eingemeindet, wobei als „Hochzeitsgeschenk“ und wesentlicher Bestandteil im Eingemeindungsvertrag die Zusage zum Bau einer neuen Turnhalle bei der neuen Grundschule im Eisenfresser stand. Die Verwirklichung sollte allerdings noch lange auf sich warten lassen. Nur unter größtem Druck auch des Turnerbundes konnte erst am 22. August 1987 der erste Spatenstich durch Bürgermeister Oskar Schuster stattfinden. Das bedeutete auch viel Arbeit bei der Baubegleitung durch den Turnerbund, bei dem es sich frühzeitig abzeichnete, dass er der sportliche Hauptnutzer sein werde.
  
Nachdem der 1.Vorsitzende Edgar Bernhard in der Turnrat-Sitzung am 18. März 1987 „zu später Stunde“ (Anmerkung des Turnerbund-Chronisten) ganz überraschend aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, war die Suche nach einem Nachfolger die wichtigste Frage. Sein Stellvertreter Werner Horchheimer hat abgelehnt und hat Bernhard Hoffmann vorgeschlagen, der dann in der Vorstand-Sitzung am 25. März 1987 einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. Dabei wurde erstmals in der Geschichte des Turnerbundes der § 11 der Satzung Gebrauch gemacht; wonach auch der Vorstand Ersatzmitglieder für diese Positionen für die restliche Dauer der Amtszeit des Ausgeschiedenen wählen kann. Die endgültige Bestätigung erfolgte dann am 19. März 1988 durch die Mitgliederversammlung. Damit übernahm er einen Verein mit 400 Mitgliedern.
 
BeHo menschlich 12Bild: Ehrungen beim 80jährigen Jubiläum in der Graf von Lauffen-Halle. v. l. 2. Vors. Werner Horchheimer, Theodor Ohlhauser, Fabian Ohlhauser, Kilian Fischer, Georg Wirth und Vors. Bernhard Hoffmann 
 
Damit übernahm er einen Verein mit 400 Mitgliedern. Durch die neue Turnhalle war eine Steigerung vorprogrammiert, die in den kommenden Jahren eine Zahl bis zu 800 Mitglieder erreichte. Weitere herausragende Ereignisse beim Turnerbund, die Hoffmann durch Organisation und Durchführung stark mitgeprägt hat, waren die Winterbälle in der Graf von Lauffen-Halle, die nach der Einweihung 1989 endlich einmal solche großen Veranstaltungen möglich machte. Und gleich packte der Turnerbund die Gelegenheit der neuen Halle beim Schopfe und feierte 1989 sein 80jähriges Vereinsjubiläum dort. Auch das Gauschaufenster 1994 des Turngaus Heidelberg wurde in der Lauffen-Halle präsentiert.
   
BeHo menschlich 13Bald war wegen der ungeahnten Möglichkeiten dann auch der Winterball des Turnerbundes ins Leben gerufen. Ein Höhepunkt im Ortgeschehen Von Dilsberg jeweils am Anfang des Jahres. Oftmals musste der Geburtstag von Hoffmanns Sohn Steffen nachgefeiert werden, da der Winterball immer Vorrang hatte.
   
Bild fehlt   Der erste Winterball Konnte im Jahr 1991 auf die Beine gestellt werden. Natürlich mit viel Engagement der einzelnen Abteilungen des Turnerbundes 
  
BeHo menschlich 14Bild: Der Besuch beim Winterball 1995 war grandios
   
Der Winterball schlug ein, wie eine Bombe und die Resonanz war überwältigend, so dass man nicht mehr umhin konnte, weiterzumachen und jedes Jahr etwas Neues zu bieten.
  
Es sollten noch viele Veranstaltungen dieser Art über die kommenden Jahre folgen, immer mit neuen Überraschungen für die Besucher, doch irgendwann war die Resonanz nicht mehr so groß und es musste sogar in den 2000er Jahren mal wegen wenig Resonanz eine Veranstaltung abgesagt werden. Dies war dann auch das „Aus“ für die Organisatoren.

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In der Zwischenzeit hat sich die Familie Hoffmann in Dilsberg etabliert. Nachdem zuerst die Boxerhündin „Fränzis“ Mitte der 70er Jahre im Haushalt Hoffmann ein Zuhause gefunden hatte, kam dann im Jahr 1977 Sohn Thorsten zur Welt. Im Jahr 1979 schaute man sich nach einem Grundstück in der Gemeinde um und fand im Neubaugebiet „Eisenfresser“ durch Das „Familienheim Heidelberg“ ein geeignetes Objekt. Und bald war dann auch der Vertrag unterschriftsreif, so dass im Herbst 1980 die Bagger anrücken und die Baugrube ausheben konnten. Bis zum Winter konnte dann auch der Rohbau hochgezogen werden. 
  
BeHo menschlich 16BeHo menschlich 17Der Bau schritt zügig voran – begleitet durch viele Eigenleistungen wie z.B. Fliesen im gesamten Haus und Holzdecken - und bereits am 17. Oktober 1981 konnte man in das neue Haus einziehen. Noch vor dem Umzug der Familie Hoffmann konnten die Schwiegereltern Gerhard und Gertrud Sult aus Eberbach bereits im Sommer in die Einliegerwohnung einziehen.
 
Im Januar 1985 kam dann Steffen, der zweite Sohn Hoffmanns, zur Welt und damit war die Familie dann tatsächlich komplett. Mit der Kindererziehung ging dann so Jahr um Jahr ins Land. Thorsten ist inzwischen bei der Sparkasse Vorderpfalz in der Immobilienfinanzierung beschäftigt. Er lebt inzwischen in der Pfalz und hat zwei Kinder und Steffen ist als Notfallsanitäter bei der Integrierten Leitstelle im Neckar-Odenwaldkreis in Mosbach tätig. Er hat das Haus der Familie Josef Erles hinter dem Wiltschkoplatz gekauft und fühlt sich dort zusammen mit seiner Partnerin Caro Schmidt und seinem Boxer „Barney“ ebenfalls auf dem Dilsberg angekommen.
  

Das Burgfest – eine Institution in Dilsberg

Einige Dilsberger können sich bestimmt noch an die Kerwe auf der Tuchbleiche erinnern, die traditionell Mitte August stattfand. Dieser Termin, der nun mitten in der festgeschriebenen Sommerferienzeit lag, wurde von der Bevölkerung nicht mehr frequentiert, so dass sich der Aufwand für den Musikverein als Hauptträger nicht mehr lohnte. Ender der 70er Jahre wurde deshalb die Aktion eingestellt. Doch die Dilsberger wollten dies dann doch nicht hinnehmen und nach langwierigen Überlegungen und div. Vorstößen bei den regelmäßigen Vereinstreffen wurde die Idee eines Burgfestes geboren, das in der Bergfeste stattfinden sollte. Am 1 und 2. Juni 1985 war es dann soweit, das erste Burgfest im Burgareal konnte stattfinden. Auch Hoffmann war da selbstverständlich mitten drin bei Vorbereitung und Durchführung. Er kann sich noch erinnern, dass man sich für den Stand im Burghof erstmal ein Zelt ausgeliehen hat, das freundlicherweise vom TV 1876 Neckargemünd bereit gestellt wurde. Die äußerst angenehme Zusammenarbeit dabei mit Gerhard Hölzer wird Hoffmann noch lange in dankbarer Erinnerung bleiben.
 
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Eröffnungen waren immer ein Höhepunkt in Dilsberg, hier beim Faßbieranstich mit Bürgermeister Horst Althoff im Jahr 2009, Hoffmanns erstes Burgfest als Ortsvorsteher.
Rechtes Foto: v.l. eine Besucherin, Ortschaftsrat Walter Berroth, MdB Lars Castellucci, Bürgermeister Horst Althoff, Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann, 1.Vors. des Turnerbundes Ralf Baudisch und MdL Elke Brunnemer.
    
Das erste Burgfest war bei allen Vereine so erfolgreich, dass man beschloss, dies im Mai 1986 wieder durchzuführen. Nachdem auch dies so gut funktionierte, war das für die kommenden Jahre bereits schon eine gute Tradition und die Teilnahme der Dilsberger Vereine in den kommenden Jahren war bereits eine Selbstverständlichkeit. Natürlich konnte auch Hoffmann zur Perfektion von Aktionen und Präsentation des Festes beitragen, was sich beispielsweise am Flyer für das Burgfest 2001 zeigte.
 
 
 
 
 
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