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Ein unvorhergesehenes Familientreffen in Dilsberg
 
Geschwister Kühn auf den Spuren ihrer Ahnen
2. April 2012
 
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Ein Festgottesdienst zu einer eisernen, diamantenen und goldenen Jubelkonfirmation von drei der vier Geschwister Kühn in der evangelischen Matthäuskirche in Mannheim-Neckarau war Anlass zu einem kurzen Familientreffen in ihrer Ursprungsheimat Mannheim/Dilsberg. Auf Einladung des Dilsberger Ortvorstehers Bernhard Hoffmann trafen die vier Geschwister in der örtlichen Verwaltungsstelle an der Burg ein, wo auch Fritz Bernhard seine Verwandtschaft begrüßen konnte.
 
OVJB03 Wie kam es aber zu diesem außergewöhnlichen Treffen? Seit geraumer Zeit schickt  Frau Gertraud Neitzel, geb. Kühn aus Flensburg sämtliche Unterlagen (Schriften, Fotos) aus dem Nachlass ihres Großvaters Jakob Bernhard an Ortsvorsteher Hoffmann, welche für das Heimatarchiv, Abt. Dilsberg, bestimmt sind, damit diese für die Nachwelt nicht verloren gehen. Familie Bernhard und „die Rainbacher Lochmühle“ sind für jeden Dilsberger Bürger ein Begriff. Nicht weniger auch Jakob Bernhard, der als Lehrer 1926 die Broschüre „Die Bergfeste Dilsberg“ verfasste und diese Schrift dann für Generationen von Dilsberger Schülern im Kommandantenhaus und an der Steige Unterrichtsstoff wurde. Sechs Auflagen (zuletzt 1973) erlebte diese gerne gelesene heimatkundliche und heute noch gesuchte erste geschichtliche Abhandlung unseres Heimatortes. Die Dilsberger ehrten den Verfasser als Dank dafür 1976 mit einer Straßenbenennung: „Jakob-Bernhard-Straße“. OVJB04
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Nach einer kurzen Ansprache hieß Ortsvorsteher Hoffmann mit einem Gläschen Sekt die Gäste willkommen.
 
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In angenehmer Atmosphäre wurden dann Anekdoten und Erinnerungen mit Fritz Bernhard ausgetauscht und erzählt. Es war der älteste Sohn Jakob, des Lochmüllers Karl Philipp, der eine Bäckerstochter aus Lahr heiratete. Aus dieser Ehe ging die Tochter Gertrud Bernhard hervor, die 1930 den späteren Pfarrer Erich Kühn aus Mannheim heiratete. Dieser betreute später zusammen mit seiner Frau über viele Jahre als Seelsorger die evangelische Pfarrei der Matthäuskirche in Mannheim. In allerschwerster Kriegszeit, nach Bombardierungen und vor allem auch in den Hungerjahren der Nachkriegszeit war die Rainbacher Lochmühle Ziel und Zufluchtsort für die Familie Kühn. Dort war man gut aufgehoben, dort litt man keinen Hunger, da war man zu Hause! Starke Familienbande ermöglichten es. Kein Wunder, dass der Ort Dilsberg bei den „Kühns“ so fest im Herzen verankert ist!
 
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Mit der Überreichung eines kleinen Gastgeschenks in Form eines „Dilsberger Jubiläumsbechers und -buches“ zu gleicher Zeit auch einen Eintrag ins Goldene Buch der Ortschaft endete das interessante und erfreuliche Heimattreffen.
 
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Mit der Überreichung eines kleinen Gastgeschenks in Form eines „Dilsberger Jubiläumsbechers und -buches“ zu gleicher Zeit auch einen Eintrag ins Goldene Buch der Ortschaft endete das interessante und erfreuliche Heimattreffen.
 
 
 
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Unvergessener Jakob Bernhard
(1874-1943)
 

Jakob Bernhard wurde Weihnachten 1874 als ältester Sohn des Karl Philipp in Dilsberg geboren. Zeitlebens blieb er seinem Heimatort treu, mehr noch, seine Verbundenheit mit Dilsberg dokumentierte er in seinen heimatgeschichtlichen Forschungen mit der Veröffentlichung vieler Beitrage über den Ort seiner Kindheit, das Paradies um die Lochmühle, und über den Dilsberg.

Sein beruflicher Werdegang setzte als Unterlehrer in Hilsbach bei Sinsheim ein, später in Mannheim. Er wurde Hauptlehrer in Lahr, ab 1906 in Heidelberg, wo er 1934 sein 40jahriges Dienstjubiläum feiern konnte.

Sein großes Verdienst als Dilsberger Heimatforscher gipfelte in der Veröffentlichung der ersten Dilsberger Geschichtsbroschüre: "Die Bergfeste Dilsberg" (1926, sechs Auflagen). Im Spätjahr 1933 folgte sein "Kurpfälzer Sagenborn“, welchen Generationen von Heidelberger Schulkinder als Lehrstoff kennenlernten. Viele Aufsätze von ihm erschienen in Zeitungen und Zeitschriften. Eine seiner letzten Veröffentlichungen dürfte wohl Dezember 1942 in den "Heidelberger Neuesten Nachrichten" erschienen sein: ein Artikel über "Die Geschichte der Lochmühle“.

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Jakob Bernhard war viele Jahren Schriftführer im Heidelberger "Liederkranz" und Mitarbeiter der "Deutschen Sängerbundzeitung“ in Leipzig. In der Broschüre "Die Bergfeste Dilsberg“ 1981 schrieb der Ortsvorsteher Stefan Wiltschko: "Für Jakob Bernhard war Geschichte mehr als eine leidenschaftslose und nüchterne Darstellung des Geschehens vergangener Zeiten. Er sah die Landschaft und die Geheimnisse der Natur in enger Einheit mit dem Menschen und dessen Wirken und Leben in der Zeit ..."
 
Die Persönlichkeit des Jakob Bernhard fand in obenstehender Veröffentlichung eine Würdigung, eine weitere Anerkennung erfuhr Jakob Bernhard durch die Benennung einer Straße im Neubaugebiet "Eisenfresser“ nach seinem Namen (1976).
 

Auszug aus „Die Lochmühle in Dilsberg-Rainbach“ von Frans Hermans (1992)

 
Text: Frans Hermans
Bilder/Repro: bz
Zeichnung: E. John
04.04.2012
 

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